DIN45500 - die alte HiFi Norm

 

Was ist Hi-Fi?

Hi-Fi wird vor allem an Größen der Akustik und der Elektro- beziehungsweise Nachrichtentechnik festgemacht:

Hi-Fi steht für "High Fidelity", also "hohe Genauigkeit" beziehungsweise Wiedergabetreue. Dabei handelt es sich um einen Qualitätsanspruch an Geräte zur Aufnahme, Übertragung und Wiedergabe von Audio. In Europa ist seit den 1960ern in Normen festgelegt, welche Klangparameter sich in welchem Ausmaß vom originären Schallsignal unterscheiden dürfen, wenn sie als Hi-Fi gelten wollen. Der damaligen Technologie angemessen entstand in den 1990ern die DIN 45500, die gewisse Ansprüche an Tonstudioequipment, und zwar FM-Tuner, Tonbandgeräte, Mikrofone, Verstärker, Lautsprecher und Funkempfänger stellte.

Diese Mindestanforderungen wurden bereits vor den 1990ern selbst von günstigen Geräten spielend erreicht. So entstand 1996 die DIN EN 61305, die nun lediglich Messverfahren und Vergleichsgrößen festlegt, anhand derer Eigenschaften und Qualitätsunterschiede von Audio-Equipment verglichen werden kann. Die Qualitätsansprüche betreffen zum Beispiel die Bandbreite, Dynamik, den Frequenzgang und die Kanaltrennung. International und auch in der deutschen Umgangssprache wird der Begriff Hi-Fi für alle Geräte verwendet, die den Großteil des hörbaren Frequenzbereichs mit hoher Genauigkeit, wenig Rauschen und anderen Artefakten wiedergeben.

 

Was zeichnet Hi-Fi aus?

Als high-fidelity durfte sich nennen, wer in etwa folgenden Ansprüchen genügte. Genaue Anforderungen variieren zwischen Technologien wie Tonbandgeräten, FM-Überträgern, Mikrofonen und Lautsprechern: Die Bandbreite sollte von etwa 40 Hz bis 12,5 kHz reichen, um den Großteil der vom Menschen hörbaren Frequenzen abzubilden. Ein Großeil dieses Frequenzbereichs sollte eine dynamischen Genauigkeit von mindestens ±1,5 dB aufweisen. So wird kein Frequenzbereich stark überbetont. Der Klirrfaktor, also nichtlineare Verzerrungen, sollten unter 2% liegen. Wer noch Schellack-Platten kennt, ist mit dem harschen Klang vertraut, den ein Klirrfaktor von 10% und mehr erzeugt.

Die Kalantrennung sollte bei der FM-Übertragung weitgehend 26 dB und mehr betragen, bei Schallplatten mindestend 15 dB. In den 1960ern was das noch eine große Herausforderung. Selbst heutige Schallplattenspieler haben oft nur eine Kanaltrennung von 25 bis 30 dB. Der Rauschabstand sollte mindestens 46 dB betragen. Der Rauschabstand heutiger High-End-Geräte ist etwa eine Million Mal besser und liegt eher bei 110 dB. Aber selbst ein 1-Euro-Elektret-Mikrofon in Ihrem Handy hat einen Rauschabstand von über 80 dB.

Noch wichtiger als physikalische Größen sind natürlich eigentlich Parameter der Wahrnehmung. Daher gibt es inzwischen psychoakustische Größen und Verfahren, um die Klangqualität von räumlichen Audiosystemen oder Kompressionsalgorithmen zu vergleichen. Hierbei zählt zum Beispiel, wie hell, rauh und scharf ein Signal klingt, wie genau eine Schallquelle lokalisiert werden kann, wie groß sie klingt, wie sehr ein der Raumklang einhüllt, und ob Kammfiltereffekte oder Artefakte hörbar sind.

 

Technische Anforderungen der HiFi-Norm DIN 45500 für Niederfrequenzverstärker

Auszug, Stand 1977

 

1. Übertragungsbereich: min. 40...16000 Hz - Zulässige Abweichung, auf 1 kHz bezogen:

   für lineare Eingänge:             max. ± 1,5 dB

   für entzerrende Eingänge:     max. ± 2,0 dB

 

2. Unterschiede des Übertragungsmaßes der beiden Kanäle von Stereogeräten:

   Geräte ohne bzw. mit Balance-Einsteller

   mit einem Einstellbereich ≤ 8 dB:    max. 3 dB

   mit einem Einstellumfang > 8 dB:      max. 6 dB

 

3. Klirrfaktor von Vollverstärkern im Frequenzbereich von 40 bis 12500 Hz:   max. 1 %

 

4. Intermodulationsfaktor:

   Bei Vor- oder Leistungsverstärkern:  max. 2 %

   Bei Vollverstärkern:                         max. 3 %

 

5. Leistungsbandbreite (-3 dB): min. 40...12500 Hz

 

6. Fremdspannungsabstand bei Leistungs- und Vollverstärkern bis 20 W bezogen auf eine Ausgangsleistung von

100 mW Mono bzw.

2 x 50 mW Stereo: min. 50 dB

 

7. Übersprechdämpfung:

   Im Frequenzbereich von 250 Hz bis 10 kHz: min. 30 dB

   Bei einer Frequenz von 1 kHz:                    min. 40 dB

 

8. Ausgangsleistung (Nennleistung bei Sinus-Aussteuerung, Frequenz 1 kHz, mindestens für 10 Minuten):

   Monogeräte:   min. 10 W

   Stereogeräte: min. 2 x 6 W

 

9. Ausgangsimpedanzen:

   Lautsprecheranschlüsse: 4 oder 8 Ω

   Kopfhöreranschlüsse:     200 oder 400 Ω